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Gemischte Gefühle

Eine seltsame Stimmung herrscht heute im Waldspechthaus.
Nachdem die Wochenendpläne krankheitsbedingt komplett gändert wurden, hab ich heute den ganzen Tag mit "Rumgammeln und Erledigen von unnützen Dingen" verbracht.
Nein, ganz so schlimm war´s nun doch nicht, gelesen hab ich auch viel, wobei der Lesestoff nicht unbedingt zur "Stimmungshebung" beigetragen hat.

In einigen Blogs hab ich heute die Worte "Aufgeregt, Freude, ich freu mich" gelesen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich auf morgen freue.
Ich sehe dem morgigen Tag mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits freue ich mich auf manches "Wieder- und Neu-Sehen" aber andererseits machen sich bedrückende und nachdenkliche Gedanken bezüglich der Situation im Hospiz bei mir breit.

Der Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Patienten ist ja eigentlich kein "Neuland" für mich, aber die Situation bei Kindern erleben zu müssen, ist doch noch mal eine ganz andere Sache. Ich kann mich noch sehr gut an einige Situationen in den vergangenen Jahren erinnern, (meine Zeit in der Unfallklinik in Ludwigshafen) bei denen ich Kinder mit schwersten Brandverletzungen mitbetreut habe und so manches Kind hat diese Verletzungen nicht überlebt. Dieses Gefühl der "Ohnmacht" und der "Ungerechtigkeit" werde ich wohl auch morgen wieder verspüren.
Und da ich weiß, wie nah ich am "Wasser gebaut" hab, werden wohl nach dem Besuch bei Bärenherz Tränen fließen, und mir wird mein Dr. Feelgood arg fehlen.

Und wenn ich ganz ehrlich bin, hab ich schon mit dem Gedanken gespielt, mich vor dem morgigen Tag zu drücken.......


Nachtrag: Danke für die vielen privaten E-Mails und Telefonanrufe, Dr. Feelgood dankt ebenfalls für die Genesungswünsche. Nein, ich werde mich nicht "drücken", das paßt nicht zu mir und ich werde auch diese Situation meistern......

Anette 27.08.2005, 16.16

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Kommentare zu diesem Beitrag

6. von Sabine

Wir wurden informiert..
Thorsten (*g*) da hast du mal wieder was verpennt.
Anette, ich weiß von Erzählungen aus deiner BG-Zeit von Ludwigshafen, welche Erlebnisse du dort gehabt hast, aber ich weiß auch, dass du heute noch sporadischen Kontakt zu einem damaligen "Kind" hast, welches du damals mitbetreust hast...
Und dieses "Kind" ist heute "Erwachsen" und heißt Benito! Hab ich nicht ein tolles Gtedächnis?
Bin morgen in Gedanken bei dir (euch).
LG Sabine


vom 27.08.2005, 23.38
5. von Thorsten

Das schaf fst du....da bin ich mir ganz sicher. Und ein "Drückeberger" warst du noch nie und wirst es auch nie sein!
Werd dir morgen zwischendurch mal eine SMS schicken, damit du weißt, dass ich (wir) in Gedanken bei dir sind.
Ich überleg grad, warum eigentlich keiner von uns auf die Idee gekommen ist, mit nach Wiesbaden zu fahren....äähh, wurden wir informiert?
LG

vom 27.08.2005, 22.56
4. von Liz

Liebe Anette,
ich kann Dich gut verstehen. Obwohl ich auch schon sehr viel gesehen und erlebt habe, fühle ich bei Kindern die Ohnmacht immer am stärksten, wenn sie leiden und sterben. Aus Erfahrung kann ich aber sagen, dass Hospitze eine ganz andere Atmosphäre haben, als Kliniken und daher kann es auch ein ganz schöner Besuch werden. Ich wünsche Dir das Du morgen das tust, wonach Dir morgen ist, ungeachtet dessen was Du meinst zu müssen! :ei:
Liebe Grüße Liz :-))

vom 27.08.2005, 20.29
3. von Pascal

Hallo mein liebes Spechtlein, dann schaue dir die Bilder an. Vielleicht kommst dann noch auf andere Gedanken. Ich wünsche dir morgen viel Kraft, starke Nerven und trotzdem Spaß. Denn diesen darf man, auch wenn es schwer werden wird, nicht ganz vergessen. Derzeit wäre das nicht so das richtige für mich bzw. für uns.
Und auch wenn du den Gedanken schon hattest.. gehe hin. Drücke dich lieb und liebe Grüße morgen an die mich so kennen :-))
Pascal

vom 27.08.2005, 18.25
2. von petra

Anette, die Betreuer dort werden dir die Scheu nehmen, da bin ich ganz sicher. wenn du dich ganz normal, wie immer, gibst, dann ist das schon richtig. Ansonsten sehe ich es wie D.M. - du musst nicht!

Liebe Grüße, Petra

vom 27.08.2005, 18.19
1. von D.M.

Du musst nicht in Bärenherz gehen. Du kannst auch nur den Spaziergang im Wäldchen machen.

Es wird niemand Dich dafür tadeln.

Wer geht schon gerne freiwillig in ein Sterbehaus, es sei denn, er hat seinen letzten Koffer für die letzte Reise dabei.

vom 27.08.2005, 16.41
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